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Gemeindezentrum Ehningen
Nahwärme Hausham
Aktion Strom aus Bürgerhand
Sunmachine Vertrieb

Nahwärme Hausham


Die Gemeinde Hausham wollte nicht nur eine Baulücke schließen, sondern ein Demonstrationsvorhaben zur weitgehenden CO2-Reduzierung schaffen. Neben Niedrigenergiebauweise mit passiver Solarenergienutzung ist der effiziente Einsatz einer erdgasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Leider hat die Gemeinde Hausham ihre Pläne zum Aufbau eines eigenen Gemeindewerkes und zur Übernahme des Stromnetzes wegen der hohen Entflechtungskosten nicht realisieren können. 

Damit landete die Keimzelle der Haushamer Stromerzeugung - unser BHKW - nicht auf der breiten Straße in die Zukunft sondern in der engen Sackgasse. Als "Altanlage" und BHKW mit Volleinspei-sung in das Netz von e.on kann es angesichts der miserablen Stromeinspeisepreise nicht wirt-schaftlich betrieben werden. Mehr darüber in der Startet den Datei-DownloadPowerPoint-Präsentation.


Das Interesse der Wärmekunden tritt auch klar zu Tage: Günstige Wärmepreise stehen an der ersten Stelle, Freunde einer zukunftsweisenden Energieversorgung verstummen angesichts des Bürgerinteresses nach Geld sparen.

 

 

Zum BHKW Hausham und seinem Aufbau

 

Von der Auslegung her sollen Kessel und BHKW je 600.000 kWh Nutzwärme pro Jahr liefern. Das BHKW soll dabei bei einer elektrischen Leistung von 50 kW pro Jahr bis zu 300.000 kW Kraft-Wärme-Strom erzeugen. Während die Wärmeleistung des Kessels 500 kW beträgt (großes Abgasrohr), bringt das BHKW eine Wärmeleistung von 100 kW (kleines Abgasrohr), kommt aber auf eine höhere Betriebszeit.

In Zusammenarbeit mit der GWS, Wendlingen und dem Ingenieurbüro EST, Miesbach, wurde schrittweise die Nahwärmeversorgung und die erdgasbetriebene Kraft-Wärme-Anlage (BHKW) aufgebaut. Am 01.01.01 wurde die Anlage von der neugegründeten GEDEA Gesellschaft für dezentrale Energieanlagen mbH & Co Wärme & Strom Hausham KG übernommen.

Im Jahr 2001 wurden knapp 300.000 kWh BHKW-Strom energiesparend und umweltfreundlich erzeugt, ebenso in 2002. Aufgrund einer Betriebsstörung wurden 2003 mit knappen 200.000 kWh die Werte von den vorausgegangenen Jahren nicht erreicht. 2005 wurden 241.796 kWh erzeugt. Wegen der geringen Erzeugung im Sommer bei steigender Störungsanfälligkeit durch verhältnismäßig viele Starts wird das BHKW angesichts der wirtschaftlichen Situation in den Sommermonaten abgeschaltet.

 

Sechs Jahre Gedea-BHKW Hausham

 

Einige Wärmekunden kritisierten trotz Gutachten und Verweis auf eine Vollkostenrechnung die Preissituation. In einem Fall wurde unter Verweis auf den Einbau einer Erdwärmeheizung der Ausstieg aus der Nahwärmeversorgung angedroht (Auf keinen Fall preisgünstiger, wie in einer Diskussionsveranstaltung zugebilligt wurde). Auf Anraten der Gemeinde wurde der Verkauf des Nahwärmenetzes samt BHKW an die ESB Wärme betrieben. Die "großen" Kommanditisten haben dies zum Teil unter Bauchschmerzen mitgetragen. Die Gedea hat dem Vorgehen zugestimmt, weil auf jeden Fall die Geschlossenheit der Nahwärmeversorung erhalten werden sollte. Insofern stand die Übertragung des Netzes zum 01.01.07 an.  Somit endeten die Gedea-Aktivitäten um das BHKW Hausham nach 6 Jahren. Ein strahlendes Beispiel für die Gedea-Ziele bleibt es trotzdem und ein Dokument für die Schwierigkeiten, mit denen sich die effektive Nutzung fossilen Erdgases durch dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung mit Nahwärmeversorgung herumschlagen musste in einer Zeit in der die Erneuerbaren Energien boomten. Deshalb bleibt die Anlage auch im Netz und die Betreibergesellschaft wird sich anderweitig um die Erreichung ihrer Ziele bemühen.