Archiv Biogasanlage
Wolpertshausen 1995-2008

Die Gedea und ihre Biogasanlage

Biogas entsteht bei der Vergärung organischer Stoffe unter Luftabschluß. Am Anfang war die Aufwertung der landwirtschaftlichen Gülle und die Verbesserung der Düngewirkung das Ziel. Die vergorene Gülle kann direkt in junge Pflanzenbestände eingebracht werden. "Nebenbei" wurde die anfallende Energie zum Heizen benutzt.

Seit dem Stromeinspeisegesetz 1990 wurde eine Biogasanlage stets im Zusammenhang mit der Stromerzeugung gesehen. Bei der Stromerzeugung aus Biogas wird die Lufthülle der Erde nicht mit Kohlendioxid belastet, weil bei der Verbrennung des Biogases nur soviel CO2 frei gesetzt wird, wie die Pflanzen bei ihrem Wachstum der Lufthülle entzogen haben. Es handelt sich hier um einen über kurze Zeiträume geschlossenen CO2-Kreislauf.

Noch besser wird die Öko-Bilanz, wenn die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme genutzt wird. Bei unserer Demonstrationsanlage in Wolpertshausen haben wir deshalb bei der Auswahl des Standortes im Gewerbegebiet darauf geachtet, dass die anfallende Wärme in eine Nahwärmeversorgung abgegeben werden kann. Das nicht zum Heizen benötigte Heizöl kann auch keine CO2-Emissionen mehr verursachen. Dieses vernünftige Verhalten wird seit der Novellierung des EEG 2004 durch den Gesetzgeber belohnt. Neue Biogasanlagen erhalten einen Wärmebonus- unsere Wärmenutzungs-Pionieranlage leider nicht.

Es kam noch schlimmer: Als 2008 die Kosten für nachwachsende Rohstoffe stiegen, erhielten die Landwirte zusätzkich einen Güllebonus. Als die Marktpreise für Speisereste zusammenbrachen erhielten die Verwerter von Speiseresten keinen Güllebonus. Da wir erwartet hatten, dass der Güllebonus für Veredlung von Gülle gegeben wird, haben wir bei unseren Neubauplänen den erwarteten Güllebonus als Erlös einkalkuliert. Ganz unerwartet und erst ganz zum Schluss stellte sich heraus, dass der Güllebonus nur ein versteckter NawaroII-Bonus ist. Gegenwehr bleib wirkungslos, da keiner mehr das Paket aufschnüren wollte.